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Kambodscha in der Trockenzeit im Mäzr 2010 (Gelesen: 4496 mal)
pebeend
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Beiträge: 8
29.04.10 um 13:44:19
 
Da ich aus dem Forum immer wieder Anregungen und Hinweise für unseren Kambodschaurlaub erhalten habe, will ich meinen Beitrag in Form eines Reiseberichtes leisten.

Wir waren in diesem Jahr das 4. Mal in Südostasien (SOA). Wegen der Mücken fahren wir im-mer in der Trockenzeit – also Febr. / März.
Mangels eines Direktfluges ging es Ende Februar mit 5 Stunden Aufenthalt in Bangkok nach Phnom Penh. Unsere erste Unterkunft – das Golden Gate Hotel http://www.goldengatehotels.com – in PP hatte ich übers Netz gebucht (unsere erste Wahl, das Anise bzw. Manor House waren schon voll) und natürlich ein Airport pick up vereinbart. Das Hotel war ok, obwohl es für meinen Geschmack eine etwas sterile Atmosphäre hat. Hier blieben wir 3 Nächte und haben auch zum Ende unserer Reise eine Nacht reserviert. Wir haben uns den Königspalast und die Silberpagode angesehen und uns ansonsten einfach durch die Stadt treiben lassen – mal wieder den way of life in SOA einatmen.
Der Busterminal von PP Sorya liegt zentral am Markt und so war es vollkommen unproblema-tisch dort Fahrkarten zu unserer 2 Station Kampong Chhnang zu kaufen. Dort sind wir für 2 Nächte im Sokha Guesthouse untergekommen. Kampong Chnang ist zugegebenermaßen ein Provinznest und bietet nicht sehr viel. Wir haben uns Fahrräder ausgeliehen und sind in die nä-here Umgebung und zum Hafen geradelt. Die Bootstouren am Hafen schienen uns überteuert zu sein, so haben wir nur das dortige Treiben beobachtet. Dafür haben wir uns die Herstellung von Ziegeln und Krügen aus Ton angesehen. Dazu sind wir auf einen Hof marschiert, auf dem ein junger Mann gerade Ton stampfte. Auf unser bitten hat er uns die einzelnen Arbeitsschritte gezeigt und gesagt, dass die Rohlinge in der Nähe gebrannt werden. Wir also hin und auch dort die wahrlich schwere Arbeit angesehen. Danach haben wir an einer Hütte angehalten, wo uns eine Frau gezeigt hat, wie sie die allgegenwärtigen Tonkrüge herstellt. Zum Dank hab ich ihr einen Dollar für die interessante Demonstration gezahlt und bin sicher, damit ihren Tagesver-dienst erheblich aufgebessert zu haben. Auch wenn die sprachliche Verständigung sehr schwie-rig war, haben wir mit überaus freundlichen Menschen kommuniziert, die uns stolz ihre Arbeit gezeigt haben. Hier wurde uns deutlich, dass wirklich harte und schwere, überwiegend Handar-beit geleistet wird. So arm wie sie sind, haben diese Menschen unseren Respekt.
Unnötigerweise über unser Guesthouse haben wir 2 Fahrkarten nach Battambang gekauft. Schon etwas unkomfortabler ging es mit GST zu unserem nächsten Reiseziel. Obwohl ich im Senghouthotel http://www.senghouthotel.com/ gebeten hatte, uns abzuholen hat dies nicht ge-klappt, was letztendlich aber auch nicht weiter problematisch war. Battambang hat uns auf An-hieb nicht gefallen und so sind wir nach nur einen Nacht im zentral gelegenen Hotel mit Inter-netnutzung am nächsten Tag gleich weiter nach Siem Reap. Auch in Battambang haben wir uns die Busfahrkarten vom Hotel besorgen lassen und sind diesmal mit einem Bus der Firma Ponpui gefahren – noch mal etwas unkomfortabler – der uns dann irgendwo in die Peripherie von Siem Reap gebracht hat. Zum Glück hat hier die Abholung durch unser Hotel Le Tigre de Papier http://www.letigredepapier.com/residence.html gut geklappt. Das Hotel ist vollkommen ok, liegt aber etwas ab. Unser Tuk Tuk Fahrer, Mr. Chok, hat uns nach kurzen Preisverhandlungen so-wohl für Angkor als auch für eine Tour zum Tonle Sap zur Verfügung gestanden. Angkor war natürlich mächtig beeindruckend, aber auch anstrengend obwohl wir morgens immer sehr früh (vor bzw. um 6:00 Uhr) abgeholt wurden. Unsere individuelle Tour zum Tonle Sap kann ich nur empfehlen (auch wieder früh starten!). Mr. Chok hat uns bis zum Anleger gefahren – unterwegs haben wir noch einen speziellen „smell“ eingeatmet; wie Mr. Chok erzählte, wird hier die uns bekannte Fischsauce hergestellt – wo wir problemlos ein Boot gemietet haben, welches uns zu den schwimmenden Dörfern gefahren hat, also alles ist vor Ort gut durchorganisiert, auf Pau-schalangebote in Siem Reap ist man sicher nicht angewiesen.
Da ich es irgendwo gelesen und auch von anderen Reisenden gehört hatte das Kampong Cham ganz lohnenswert sei, wollte ich dort wenigstens eine Nacht verbringen. Deswegen wollten wir möglichst früh los, um vor Ort noch etwas vom Tag zu haben; also Minibus – Vollgas, perma-nentes Gehupe, nervig aber um ca. 11:00 da. Wir hatten das Mekong Hotel telefonisch reser-viert, was nicht wirklich nötig war. Das Hotel hat das Flair einer Bahnhofshalle, keinen Lift und schlechten Service. Ich hatte das Gefühl, dass man sich freute mal wieder Touris zu beschum-meln, was sich aber bei den Preisen für uns in wahrlich engen Grenzen hielt. Dafür war die Aus-sicht direkt auf den Mekong sehr schön. Das Hotel hat Leihfahrräder mit denen wir den ver-schlafenen Ort erkundet haben. Ein Erlebnis war die Bamboobridge zur Mekonginsel Koh Pbain, die natürlich für Touris auch viel teurer war als bei Loose angegeben. Abends waren wir im Me-kong Crossing, was uns wegen der guten Musik und des freundlichen Besitzers sehr gut gefallen hat.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Kratie. Die Busfahrt war der Knaller. Diesmal war es Thong Ly Transportation. Zustieg war nahe dem Kreisverkehr vor der Mekongbrücke. Normaler-weise haben die Busse ja genug Stauraum für das Gepäck der Reisenden. Hier war es jedoch anders. Alles Gepäck – Kisten, Säcke, Koffer, Rucksäcke – war im Mittelgang aufgetürmt, die Menschen krabbelten darüber hinweg bzw. saßen im vorderen Bereich da der Bus überfüllt war. Zum Glück hatten wir noch zwei Plätze, aber ein Rucksack noch im Fußraum macht die Fahrt auch nicht komfortabler. Thong Ly muss ich nicht noch mal haben!
In Kratie hatte ich per mail im Balcony Guesthouse reserviert (http://balconyguesthouse.net/), aber leider hatte man für uns zwei Monate später reserviert. Also mit unseren Rucksäcken zur nächsten Unterkunft (kam nach der Bustour besonders gut), wir nahmen das Oudom Sambath Hotel und dort ein Zimmer mit a/c. Das sah ganz gut aus, doch leider quoll dann das Abwasser vom Waschbecken aus der Wand. Eine Tuk Tuk Tour nach Kampie (Beginn ca um 16:00 Uhr) ist zwar ein muss, aber auch die sollte man direkt bei einem Tuk Tuk Fahrer buchen, die Bootstour kommt eh noch dazu. Wir haben uns ein Boot mit einem Einzelreisenden geteilt, was ganz ok war. Wir haben Irrawaddy-Delfine gesehen und dazu noch einen herrlichen Sonnenuntergang auf dem Mekong genossen. Da uns das Hotel gar nicht zusagte, sind wir gleich am nächsten Tag per Minibus nach PP und von dort mit dem letzten Linienbus von PP Sorya nach Kampot gefahren, das hat alles gut geklappt. In Kampot haben wir zuerst im Orchid gewohnt, sind dann aber ins Rikitikitavi (http://www.rikitikitavi-kampot.com/)  umgezogen. Das Orchid ist vollkom-men ok, ein wirklich angenehmes Guesthouse. Da wir uns in Kampot aber ausruhen und faulen-zen wollten haben wir das teurere Rikitikitavi vorgezogen. Ein empfehlenswertes Hotel, direkt am Fluss gelegen mit zuvorkommendem Personal und freundlichen holländisch-englischen Besit-zern.
Wer sich ein Moto leiht ist klar im Vorteil, wir nicht. Wir waren mit einem Tuk Tuk auf einer Pfef-ferplantage und zu den Salzfeldern sowie auf Koh Tonsay die nur rabbit island genannt wird. Eine Tour nach rabbit island keinesfalls über Smile Tours buchen, geht direkt besser. Das Tuk Tuk fährt zum Anleger, dort mietet man ein Boot für 20 US$ sucht sich gleichgesinnte, die da auch fast immer sind und schon ist ein fauler angenehmer Badetag perfekt. (Wer will, kann auf rabbit island einen Bungalow mieten, die sind aber very basic).
So waren wir 3 schöne Wochen in Kambodscha. Wir waren in der Trockenzeit dort, das prägt natürlich ein spezielles Bild. Dem Land fehlte das satte Grün (woher auch) und es ist nicht so sauber wie die anderen Länder in SOA eher schmutziger so wie Nordindien, doch die Menschen sind sehr freundlich, unsicher haber wir uns nirgends und zu keiner Sekunde gefühlt. Wir haben alles kurzfristig vor Ort organisiert und es hat gut geklappt (auch unser Tuk Tuk Fahrer zum Air-port war pünktlich am Hotel), wir hatten wieder viele tolle, für uns Europäer z.T. wahnsinnige Eindrücke.  Beim nächsten mal sollte ich mir ab und zu ein Moped mieten, dann könnten wir größere Kreise um die Orte ziehen, die wir besuchen.

Peter

     
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