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Unsere 2009er Tour in den Westen (Gelesen: 3757 mal)
Sharkie
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Beiträge: 178
30.05.09 um 18:22:40
 
Hallo Ihr Lieben,

also jetzt schreib ich mal den Tourbericht, der ja schon lange versprochen ist:

Los ging alles  mit Kompong Chhnang, da war es recht langweilig, aber wir hatten ein schönes Hotel und haben es uns ganz gut gehen lassen, mit undefinierbarem Gemüse, Reis und sehr leckerem Fisch. Am nächsten Tag sind wir dann 200 km auf dem Highway nach Battambang gefahren, was nicht sonderlich spannend war und haben uns in einem netten Hotel eingebucht. Am Tag darauf sind wir dann auf Tempelsafari rund um B gegangen. Das war echt klasse, wir haben auch in einigen Dörfern am Fluss halt gemacht, wie immer eine tolle Sache. Der grösste Tempel, der Phnom Banan ist auf einem Berg, auf den 258 Stufen führen und wir waren natürlich in der Mittagszeit dort. Als wir ausgezehrt wieder unten waren hatten wir eine nette Unterhaltung mit einem ca. 55 jährigen Khmer, der erstaunich gut Englisch sprach und haben mit ihm die Unterschiede zwischen den Khmer Rouge und dem Dritten Reich durchdiskutiert.

Am nächsten Tag sind wir nach Pailin weiter ein typisches Grenznest, mit richtig schöner Bungalowanlage, dort sind wir etwas über den Markt geschlendert und hatten einen herrlichen Tropenschauer (wenn wir gewusst hätten, dass das nicht der letzte bleibt, wären wir länger geblieben). Am Morgen habe ich den Göttern Zigaretten geopfert (das muss man in Pailin, damit die restliche Reise gut verläuft), die sind allerdings anscheinend  militante Nichtraucher.

Da nahm dann das Unglück seinen Lauf: erst hatten wir einen weiteren Schauer,aber noch nicht so schlimm, dann hat der Bernd (mein Mann und Chauffeur) irgendwann gemerkt, das die Batterie nich mehr voll war, der Anlasser und die Hupe waren tot. Mit Anschlieben gings aber noch und als der nächst Schauer sich ankündigte haben wir uns zu einer Pause entschieden und wollten den Regen abwarten und die Verdrahtung der Batterie zu ueberprüfen. Danran haben die Probleme allerdings nicht gelegen, Mist, also was Grösseres. Das schlimmere Problem war, das es sich eigeregnet hatte und es nun schon seit 2 Stunden ununterbrochen geregnet hatte. Die Stassen waren nur noch Matsch, aber wir waren noch 140 km vom Ziel entfernt also weiter...

In einem Bergdorf ca. 20 km später, wir sahen natürlich schon aus wie die Schlammmumien brach die Elektrik dann so zusammen, das die Zündung gar nicht mehr ging. Da haben wir dann Feiwel anrufen wollen (als Dolmetscher), ging aber nicht, weil wir kein Netz hatten, aber einer der netten Männer im Dorf hat uns sein Telefon geliehen. Brachte uns aber auch nix, weil an dem Tag niemand mehr nach Poipet oder Sisophon gefahren ist der uns hätte mitnehnmen koennen. Also, auf, wir übernachten in der Bambushütte. Wir hatten uns schon in unser Schicksal ergeben, da kam auf einmal einer mit ner Batterie an. Also 12 $ gelöhnt, eingebaut und weiter gings. Dann kamen die echten Höllenqualen. Wir waren danach ca. 80 km mit ungefähr im Schnitt 30 km/h unterwegs, sind dreimal runtergefallen. Der Matsch war teilweise kniehoch und glatt wie Seifenlauge, aber nirgendwo irgend was, was uns hätte weiterhelfen können und die Dämmerung rückte immer näher. Licht konnten wir nicht anmachen, da die Batterie dann gleich wieder leer gewesen waere. Aber nach schier endlosen km waren wir endlich wieder auf Asphalt, ein echtes Glücksgefuehl, in diesem Sonderfall. Wir haben dann in Sisophong ein total schönes Hotel gefunden, mit ganz netten Jungs dort, die sehr hilfsbereit waren und uns und unser Gepäck erst mal vom Schlamm berfreit haben, mit dem Wasserschlauch. Am nächsten Morgen haben wir uns dann aus PP ein Ersatz teil organisiert, die alte Batterie war aber noch so OK, dass wir uns den Bantay Chhmar bei S ansehen konnten. Abends war dann reparieren angesagt, und was war, Ersatzteil (selbstverständlich wars der Regler) rein und... alles war tot, wir waren sprachlos. Also abwarten bis zum nächsten Morgen, da wollten wir dann schon das Moped und uns in S abholen lassen und die letzte Etappe canceln. Aber Bernd hatte noch ein letzte Idee, es einfach mal mit einer ganz neuen Batterie (die dritte während einer 10tagestour) zu versuchen, das ging dann und wir sind wohlgemut nach Siem Reap aufgebnrochen. Sind ja nur 100 km leidlich gute Strasse und keine Wolke am Himmel.

Nach 60km tuts auf einmal einen Schlag und mein armer Bernd hat einen Stein der von nem LKW hochgescheudert wurde an den Kopf bekommen genau zwischen Helm und Brille, da war er ganz schön wütend, also erst mal Pause, dann weiter und ca. 3 km später hatten wir nen Platten. Also Moped durch die Mittagshitze bis zum nächsten Buschmechaniker 2 km weit schieben. Einen neuen Schlauch hatten wir dabei und es gab eigentlich keine Schwierigkeiten, ausser dass der nette Mann gesehen hat, dass die Kette hin war, was ja saugefährlich ist. Bernd meinte aber, dass das schon noch 30 km geht, wenn wir gaaaanz vorsichtig sind. Also mit 30 km/h weiter und 100m-weise zählend sind wir in SR angekommen. Dabei sind wir von einer 100er nach dernächsten überholt worden, die Khmer haben sich gefreut über die doofen Barang und wir wären am liebsten im Boden versunken. Was für eine Tour, das Motorrad haben wir am gleichen abend auf nen Truck gestellt und zurück nach Phnom Penh geschickt. Danke an Feiwel und Konsorten nochmal für eure Hilfe!

Ich hoffe, Bilder folgen in Kürze, aber ich check nicht wie das geht, da muss der Mann ran...

Schöne Grüße,

Sharkie
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HWinSR
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Antwort #1 - 01.06.09 um 05:21:56
 
Ja, Bilder, Bilder, Bilder!
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willi
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Antwort #2 - 04.06.09 um 19:24:43
 
im moment reichen mir die bilder, die ich beim lesen des berichtes im kopf hatte unentschlossen unentschlossen

ähnlich fotos habe ich bestimmt noch auf der festplatte Zwinkernd

ich warte natürlich gespannt auf "eure" bilder und den fortgang der reise.

gruß
willi
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Sharkie
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Beiträge: 178
Antwort #3 - 06.06.09 um 09:27:39
 
Hi Willi,

unsere Tour in dem Jahr war nicht länger, aber ich hätte auch wenn mehr Zeit gewesen wäre erst mal 3 Tage gebraucht, bis es wieder Spaß macht... Ich musste oft an dich und deine Chaos-Tour denken, als wir uns unterhalten haben dachte ich mir noch: "zum Glück ist uns sowas noch nicht passiert", so schnell wir man zum Leidenspartner...

Aber Battambang war klasse, da hab ich mich echt wohl gefühlt und die Strecke von Pailin nach Sisophon wäre auch super gewesen, bei besserer Stimmung, Wetter und Fernsicht.

Meine Knie waren danach doppelt so dick wie sonst und schillernd blau, weil ich mir bei jedem Abflug die Fußraster (hinter den Protektoren) reingedonnert habe! Supi!

sind wir nicht alle ein bisschen...
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willi
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Beiträge: 159
Antwort #4 - 06.06.09 um 13:46:56
 
........bescheuert!!!!!!

sprich es ruhig aus. genau das sind die reaktionen, wenn ich im bekanntenkreis von meinen touren erzähle.

trotz aller strapazen..................ich bin froh, das ich das gemacht und gesund überstanden habe. Zwinkernd wer weiß schon, was morgen ist unentschlossen

gruß
willi
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king
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Antwort #5 - 07.06.09 um 12:49:16
 
ich hab (leider?!) noch keine derlei erfahrungen gemacht, aber ich weiß von anderen Situationen, daß es -live- Höllenqualen sind. Aber im nachhinein möchte man doch nichts davon missen, oder? wenn man dann im nachhinein - vorausgesetzt, man trägt keine Folgen mit sich - wieder daran denkt, das muß doch total geil sein, was ihr da geschafft habt!!
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Sharkie
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Beiträge: 178
Antwort #6 - 08.06.09 um 14:49:11
 
Stimmt! Das mit dem bescheuert und dass es total geil ist, auf sowas zurück zu blicken. Jedes Jahr denken wir uns dann, OK nächstes Jahr mal was anderes, Südamerika oder so und wenn wir wieder zu Hause sind finden wir dann schon wieder eine Ecke in Kambodscha, wo wir noch nicht waren. Nächstes mal ist wohl Banlung dran, ach in Anlong Veng waren wir auch noch nicht und ich sollte vielleicht noch kurz ein Medizinstudium machen und Morsezeichen lernen, damit wir im Dschungel gut zurecht kommen  Zwinkernd Nee, es macht einfach total Spaß und bei drei Touren hatten wir jetzt einmal an drei Tagen Pech, wenn man das auf gut 4000 km auf dem Moped hochrechnet, die wir jetzt in Kambodscha gefahren sind ist es verschwindend wenig, da haben wir in Deutschland mit unseren Oldtimern mehr Schwierigkeiten. Allerdings ist eine aufwendige Vorbereitung Pflicht, von GPS, über Gummispanner, Helm, Protektoren, wasserdichtes Gepäck (da lacht sich unser Vermieter immer tot und sieht sich in seinen Vorurteilen über die deutsche Gründlichkeit bestätigt).... Vom fahrerischen Können ganz zu schweigen. Jetzt krieg ich zwar vom Feiwel gleich wieder eine auf den Deckel, aber: Wer keine oder nur wenig Fahrpraxis hat und nicht schrauben kann, soll im Hinblick auf die eigene Sicherheit bitte einfach lassen oder ne geführte Tour machen.

Schöne Grüße!
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king
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Antwort #7 - 08.06.09 um 22:54:38
 
also auf eine geführte tour hätt ich schon mal große lust... denn was gibt es schöneres als sich im schlamm zu wälzen und bis auf die haut nass zu sein, um dann sich von der heißen sonne wieder trocknen zu lassen?

es soll ja leute geben, die für ne schlammkur viel geld bezahlen..grins   da hast es glei noch kostenlos dabei!
braucht man da einen moto-schein oder sehen die das nicht so genau?
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HWinSR
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Antwort #8 - 09.06.09 um 04:26:07
 
Ich wuerde das nicht so ganz auf die leichte Schulter nehmen.
Die Touren sehen zum Teil richtig uebel aus. Da geht nichts mit Moto sondern nur mit richtiger Enduro. Koerperliche Fitness ist gefragt wenn man seinen Bock einen Berg hochtragen muss oder durch einen Fluss muss.
Und man muss natuerlich fahren koennen.
Ich habe 15 Jahre lang in D grosse Strassenmaschinen gefahren, das reicht mit Sicherheit nicht...
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Sharkie
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Antwort #9 - 09.06.09 um 18:30:21
 
Du brauchst von der Tendenz keinen Schein, allerdings hat HWinSR schon sehr recht. Auch bei einer geführten Tour muss man Erfahrung mitbringen, da der Verkehr in Kambodscha immer was auf Lager hat, wo man schnell reagieren muss, quasi instinktiv, ohne nachzudenken. Wenn einem zum Beispiel ein Wasserbüffel oder Lexus entgegen kommt und man aufs Kiesbett ausweichen muss... Die Strecken kann man an sich schon so abstimmen, dass es fahrerisch nicht allzu schwer ist. Es ist auch ganz richtig, dass man auf dem platten Land mit nem Moto nicht recht weiterkommt, die 250er sind da wesentlich besser geeignet. Es gibt ja neben den schlimmen Sachen, die erwähnenswert sind auch noch normale Sachen, wie zum Beispiel Stubaufkommen, bei dem man noch 5m Sichtweite hat usw

Das tolle an der ganzen Sache ist halt, dass man ein Land mit dem Motorrad einfach anders kennen lernt (Zwischenstopps in Minidörfern, Buschmechaniker...). Man kommt an Stellen, die man per Bus oder Auto einfach nicht erreichen kann und ist trotzdem schnell genug, wenn Strecke gemacht werden muss im Gegensatz zum Fahrrad. Ich bin saufroh einen Chauffeur zu haben, auch wenn ich meinen Schein in D gerade mache, werden noch einige Jahre vergehen, bis ich genug Praxis habe um auch in Kambodscha zu fahren.
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