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Was am Besten für Kinder? (Gelesen: 6812 mal)
Bibi
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Beiträge: 56
22.08.07 um 12:51:47
 
Liebes Forum,

ich habe mir so Gedanken gemacht, aufgrund einer Anfrage von einem Freund, der schon öfters in Indien war. Er meinte er hätte Kullis aus Deutschland mitgenommen und die dann statt Geld an die bettelnden Kinder verteilt. Die Kinder waren auch ganz happy, da sie diese Sachen nicht zu Hause abgeben mussten und so wenigsten malen konnten.

Ich weiß Indien ist nicht Kambodscha, aber hat da jemand Erfahrungen? Klar gibt man mal Geld, aber nicht unendwegt.

Über Tips, oder Anregungen wäre ich dankbar. Wir haben ja auch noch 5 Monate bis es losgeht, aber man macht sich ja so seine Gedanken.

Es grüßt
Bibi
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DerFussi
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Beiträge: 818
Antwort #1 - 22.08.07 um 13:01:27
 
Geld prinzipiell nicht! - Wenn, dann maximal den Eltern. Wie sieht das aus, wenn die Kinder mehr nach Hause bringen als die schwer schuftenden Eltern. Schade, dass schon viele Kinder zu diesem Zweck nicht zur Schule, sondern zu den Touristen geschickt werden. Aber wem soll man es verdenken?

Ich selbst sammle in meinem gesamten Freundeskreis, Schulzeug (Stifte und Hefte) sowie kleine Kuscheltiere, Murmeln und so als kleine Geschenke für die Kinder.

Für das Bargeld, welches ich mitbekomme, kaufe ich vor Ort für ein Waisenhaus (Wat Opot) immer noch zwei bis drei große Säcke Reis. Da ich dem Waisenhausleiter vertraue, gebe ich ihm persönlich das restliche Geld. Wenn man als Anlaufziel ein organisiertes Projekt hat, kann man auch in einer Apotheke/Arzt fragen und einfache Medikamente sowie Verbandszeug mitnehmen - wäre auch eine Möglichkeit.
Grüße vom Fussi (Wikivoyage e.V. - Der Fussi)
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Bibi
Member*
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Beiträge: 56
Antwort #2 - 22.08.07 um 14:21:50
 
Hey Fussi,

das mit den Projekten vor Ort finde ich eine gute Idee.
Aus meinem Heimatdorf ist vor 2 Wochen der Leiter eine Hilfsorga. nach Kambodscha umgezogen. Die haben in PP ein Waisenhaus aufgebaut. Wollten uns das eh mal vor Ort anschauen und uns dann überlegen, ob wir ev.eine Patenschaft übernehmen. Ich bin so gespannt auf Kambodscha!!!! Ihr seid ja fast alles alte Crecks.

Es grüßt
Bibi
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DerFussi
Member****
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Beiträge: 818
Antwort #3 - 23.08.07 um 11:20:38
 
Naja, so ein Crack auch nicht. Es gibt halt kein Ort wo ich mich wohler fühle als Phnom Penh - leider weit weg.
Grüße vom Fussi (Wikivoyage e.V. - Der Fussi)
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Frosch
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Beiträge: 452
Antwort #4 - 24.08.07 um 22:11:39
 
Hi Bibi,
Was am Besten für Kinder?
Patenschaft zu übernehmen und dem Kind eine Ausbildung zu ermöglichen.
Das hilft dem Kind und der Verwandtschaft und zwar dauerhaft.
Verteilen von Stiften ect. lernt die Kinder sich lieber auf der Strasse herumzutreiben statt in die Schule zu gehen.
Wenn Du schon Stifte, Hefte ect. mitnimmst gehe bitte in die Schule und gibt es den Lehrern oder den Mönchen. Die wissen am besten wie sie es verteilen.
Wir haben dieses Jahr eine Patenschaft übernommen und werden das Kind Ende des Jahres besuchen.
LG
Frosch

Das Beste, was man von Reisen nach Hause bringt, ist die heile Haut.
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Apsara
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Beiträge: 135
Antwort #5 - 26.08.07 um 14:32:16
 
Es ist und bleibt ein schwieriges Thema und ich bin froh das du dir jetzt schon Gedanken darüber machst, auch wenn du erst in fünf Monaten in Kambodscha landest.
Wie bereits angesprochen gibt es hier gute Organisationen die sich um Straßenkinder kümmert, ganz groß  http://www.streetfriends.org/ ;  und  http://www.childsafe-cambodia.org/, die angagierte und kompetente Arbeit leisten.
Child safe macht sich stark für die Verhinderung von sexuellen Missbrauchs von Kindern. Beispielsweise eine Kampagne in Hotels und Guesthäusern. Motodupfahrer erhalten Schulungen wie sie sich im Umgang mit verdächtigen Kunden verhalten sollen.

Eine Patenschaft ist auch eine sehr gute Idee, so wird einem Kind geholfen, eine bessere Zukunft vor Augen zu haben und sie auch erreichen zu können, diese Chance wird mit einer Patenschaft mehr als signifikant erhöht.

Kinder die Dienstleistungen (Schuhe Putzen), oder Gegenstände verkaufen (wie beispielsweise Bücher) gehen auch nicht in die Schule und durch den Verkauf werden sie in eine für Kinder unfreundliche Umgebung gezwungen, teilweise sind die Kinder nach 23 Uhr noch mit ihren schweren Bücherkörben unterwegs, wer hier kauft unterstützt ein ungesundes System.

Dies alles im Kopf, mag es dennoch schwer fallen, den Kopf als Antwort auf eine Bittende kleine Kinderhand, zu schütteln – man kann dabei durchaus Lächeln.
Kein Buch zu kaufen und sich auch nicht die Schuhe putzen zu lassen.

Ich habe manchmal Bücher in meinem Rucksack. Eine kleine Schmettelingsgeschichte, schön illustriert, für 0,80 USD im Reyum am Natioal Museum gekauft.

Oder andere Bilderbücher, zum Beispiel von „Save Cambodians Wildlife“, sie sind für Kinder gemalt und in Khmer geschrieben.
Alle Bücher haben ein Soft Cover und sind bestimmt nicht schwer und in ein Buch kann man zusammen rein schauen.
Auch größere Kinder freuen sich über illustrierte Kinderbücher.

"Für ein Buch braucht man keine Steckdose."
(I.M.D.)
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Frosch
Member***
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Beiträge: 452
Antwort #6 - 26.08.07 um 15:41:34
 
Hi Apsara,

Du hast recht, es ist sehr schwierig zu widerstehen 1 Dollar zu geben, wenn man/frau die Kinder sieht und die Verhältnisse sieht in deren die Kinder leben.
Ich kaufe hin und wieder auch etwas von den Kindern, keine Frage.
Ich bin aber mittlerweile durch meine Reisen durch SOA dagegen, dass man/frau sinnlos Dollar, Kugelschreiber usw. verteilt. Jetzt sind die Kinder niedlich und punkten mit dem Mitleideffekt aber in einigen Jahren sind sie größer und haben keine Ausbildung um im Leben weiter zu kommen.
Letztes Jahr habe ich in Burma kleine Mädchen getroffen, die stark geschminkt an die Touristen losgelassen worden sind und zwar von eigenen Verwandten, um Dollars zu verdienen. Ich fand es schlimm, ich habe mich mit einigen Mädchen unterhalten. Die Mädchen haben mir erzählt, sie wurden lieber in die Schule gehen. Das hat mir zu denken gegeben und ich habe mich entschlossen eine Patenschaft zu übernehmen und ein Kind lieber zu Schule zu schicken.

LG
Frosch

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DerFussi
Member****
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Beiträge: 818
Antwort #7 - 27.08.07 um 14:42:55
 
Frosch schrieb am 24.08.07 um 22:11:39:
Hi Bibi,
...
Verteilen von Stiften ect. lernt die Kinder sich lieber auf der Strasse herumzutreiben statt in die Schule zu gehen.
...


Um einem eventuellen Mißverständnis vorzubeugen. Ich gebe das nicht bettelnden Kindern. So etwas verschenke ich schon mal ungefragt spontan irgendwo auf'm Dorf. Oder in einem Waisenhaus. Ich verteile Geschenke an Kinder, keine Almosen an bettelnde Kinder. Früher hat man sich schon mal zu 'nem Dollar hinreißen lassen - nicht zuletzt um seine Ruhe zu haben. Aber auch da habe ich mir eine dickere Haut zugelegt.

Alle anderen Hilfsaktionen sind natürlich in jeder Form gut. Auch wenn es zu Patenschaften teilweise geteilte Meinungen gibt. Ich selbst würde es nicht tun. Ich halte die Unterstützung eines kompletten Projektes vor Ort für besser, nachhaltiger und (aah! - heißes Thema) gerechter. Aber das ist ein anderes Thema und kann bei Gelegenheit gesondert diskutiert werden.
Grüße vom Fussi (Wikivoyage e.V. - Der Fussi)
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Mandy
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Antwort #8 - 18.09.07 um 19:49:35
 
Eine beliebte Masche der Kinder war es auch um "money for school" zu bitten. Die Schule ist jedoch auch in Kambodscha kostenlos!
Wir hatten einen super Führer auf dem Land, der uns gebeten hat, den bettelnden Kindern nichts zu geben. Man sollte sich vielleicht auch mal vor Augen halten, was dieser eine Dollar dort wert ist. In Deutschland gibt ja auch niemandem mal so zehn Euro an einen Bettler. Auch wenn es ein noch so niedliches Kind ist. Kein falsches Mitleid!
Wir haben es immer so gehalten, dass wir gerade Getränke und Früchte von Straßenständen gekauft haben, deren Inhaber zum einen erwachsen waren und zum anderen nicht so aufdringlich. Nett sein muss sich auch lohnen! Viele vom Land kommen etwa nach Angkor und verkaufen dort was. Ist weniger anstengend und einträglicher als das Bauerndasein,
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amsterdam
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Beiträge: 185
Antwort #9 - 11.11.07 um 19:02:56
 
Hallo,
ich lebe in Kambodscha und kann nur sagen, bettelnde Kinder wirst Du nur in Seam Reap sehen, weil die Touristen sie so erzogen haben.  Aber wenn Du nichts gibst, ist das der beste Weg.
Gruß
Karlheinz
Charly
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Sharkie
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Beiträge: 178
Antwort #10 - 18.11.07 um 10:15:57
 
Naja, das nur in Siem Reap würd ich jetzt aus meiner Erfahrung nicht unterschreiben, das ist überall wo Touris sind. Ich versuche immer Kinderkrankenhäuser zu unterstützen, mit Stiften und Spielzeug. Mein Steckenpferd ist mit Murmeln spielen. Wenn ich irgendwo Kinder sehe, die Schussern mach ich mit, dann verlier ich meine Murmeln auf ehrliche Art und Weise, keine Almosen, die Kids sind nämlich echt fit... Das stöst auf geteilte Meinungen, sicher, aber es macht mich halt auch einfach glücklich, wenn ich mit den Kindern lachen und Spaß haben kann, manchmal gewinn ich auch eineoder 2, ganz manchmal....
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Franziska
Member
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Beiträge: 12
Antwort #11 - 18.11.07 um 12:20:51
 
Hallo, aus meiner Erfahrung von Vietnam her, bin ich auch der Meinung den Kindern kein Geld zu geben und ihnen nicht vorbehaltlos etwas abzukaufen. Ich schenke den Kindern gerne Ballons und spiele dann auch mit den Strassenkindern, was unheimlich Spass macht. Auch übergebe ich meine ungebrauchten Medikamente immer einem SOS-Dorf-Leiter. Auf keinen Fall die Medikamente einfach irgend Jemandem geben, da die Asiaten auch Antibiotikas gegen einfaches Kopfweh einnehmen. Ich habe auch im Norden von Vietnam ein Patenkind über World Vision, das ich schon besucht habe und die Projekte von World Vision überzeugen mich. Liebe Grüsse Fränzi
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DerFussi
Member****
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Beiträge: 818
Antwort #12 - 18.11.07 um 19:55:25
 
@amsterdam:
Also da muß ich Sharkie Recht geben. Bettelnde Kinder nur in Siem Reap? Die Zeiten sind längst vorbei - sind mir sogar vor zwei Jahren in Sisophon über den Weg gelaufen.
Und es ist nicht nur ein rein touristisches Problem. Es gibt auch recht viele die wirklich nur Hunger haben. Der Tourismus hat es bei einigen zum Geschäft werden lassen.
Grüße vom Fussi (Wikivoyage e.V. - Der Fussi)
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