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2 Tage Bokor-Nationalpark (Gelesen: 2289 mal)
gilles
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Beiträge: 28
05.06.07 um 08:30:10
 
Trotz aller grandiosen Tempel habe ich in den 2 Tagen im Bokor-Nationalpark den absoluten Höhepunkt meiner Reise erlebt. Habe eine Tour gemacht mit einem Pick-up mit Vierradantrieb. Die Fahrt ging von Meereshöhe auf knapp über 1000 Meter in 3 Stunden 32 Kilometer über eine total durchlöcherte Piste durch tiefen Regenwald. Eine wunderschöne Fahrt durch den Dschungel. Wir saßen draußen auf der Ladefläche, wurden ordentlich durchgeschüttelt, konnten aber aufgrund des gemütlichen Tempos die herrlichen Pflanzen und die allgegenwärtigen Schmetterlinge beobachten und die Vögel hören. Am höchsten Punkt des Parks haben in den 20er Jahren die Franzosen ein Erholungszentrum mit Hotel, katholischer Kirche, Spielcasino im kolonialen Stil errichtet. Erstmals wurde dieser Ort im 2. Weltkrieg aufgegeben, danach besetzten die Roten Khmer den Ort. Seit über 20 Jahren ist der Ort eine verfallene Geisterstadt. Das ehemalige Luxushotel im Kolonialstil ist komplett verfallen, die Fenster eingeschlagen, die Wände von der Feuchtigkeit bemoost. Eine morbide, surreale Atmosphäre dort.
Die Geisterstadt liegt auf einem Hochplateau, wo das Wetter unberechenbar ist und oft Nebel aufzieht.
Ich habe in dem Park übernachtet und war froh darüber. Am ersten Tag hatte ich herrliche Sonne und an einigen Punkten hatte man freie Sicht auf den Regenwaldhang, die Küste und vorgelagerte Inseln. Soweit kein Nebel vom Meer aufzog – und das änderte sich alle 10 Minuten. Der Sonnenuntergang wurde immer wieder vernebelt, ein unbeschreiblicher Anblick.

Am nächsten Morgen war ich um 5 Uhr wieder auf den Beinen und erlebte einen vernebelten Sonnenaufgang. Durch den starken Wind zogen die Schwaden rasend schnell vorbei. In dem alten Hotel zogen die Nebelschwaden durch die verlassenen Räume und man hörte den Wind heulen. Im Laufe des Vormittags zog es sich immer mehr zu, und an einem gottverlassenen Aussichtspunkt fing es an zu regnen. Ich ging los zu dem verabredeten Treffpunkt für die Rückfahrt, der relativ weit entfernt an dem alten Hotel war. Zwischendurch habe ich mich immer wieder in einem der verfallenen Gebäude untergestellt, da der Regen immer stärker wurde und auch noch ein Gewitter dazu kam. Völlig duchnäßt kam ich am Treffpunkt, einem Erfrischungsstand an dem alten Hotel an und genoss erstmal einen heißen Tee. Es schüttete nur noch, als der Pick-up mit den neuen Touristen ankam, die völlig ungeschützt auf der Ladefläche saßen. Eine Frau kam auf dem Motorrad dort oben an und sah dementsprechend aus. Es gab was zu essen, dann ging es zurück über die verschlammte Piste. Es regnete aber nicht mehr und der Urwald dampfte vor Feuchtigkeit. Nur verreckte der Motor des Wagens immer wieder, so dass es zu mehreren unfreiwilligen Stopps im Urwald kam. Völlig durchnässt und verdreckt kam ich in Kampot an und genoss eine Dusche, trockene saubere Klamotten und ein üppiges Abendessen. Alles in allem bereue ich keinen Moment dieser 2 Tage.
In der Rangerstation gibt es einfache Gästezimmer mit 2 bis 6 Betten mit Etagendusche. Incl. Abendessen, Übernachtung und Frühstück habe ich 8 Dollar bezahlt.
Wenn ihr genug Zeit habet, macht die 2-Tages-Tour, es lohnt sich, da ihr viel Freiraum für eigene Erkundungen habt.
Gilles
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